Kölner Dom Krieg

Die Nacht, als der Kölner Dom fast zerstört wurde

Es ist ein Foto, das den Kölnern bis heute Hoffnung macht: Die Kölner Innenstadt ist nahezu vollständig zerstört. Nur der Dom ragt heraus, wie ein Zeichen: Ich bin noch da. Das Leben geht weiter. Dass der Kölner Dom im 2. Weltkrieg stehengeblieben ist, war für viele ein Wunder und zugleich ein Zeichen der Hoffnung. Die Kölner hatten eine Wegmarke, einen Leuchtturm. Was immer auch passiert: Der Dom bleibt stehen.

Tatsächlich war es eher Glück, dass die Kathedrale im Krieg stehenblieb. Auch wenn es auf manchen Bildern so aussieht: Sie wurde mehrfach von schweren Bomben getroffen – und drohte sogar einzustürzen. (Foto: IMAGO / Photo12)

262 Luftangriffe auf Köln

Köln gehörte im Zweiten Weltkrieg zu den am stärksten bombardierten Städten Deutschlands. Historiker zählen insgesamt 262 Luftangriffe auf die Stadt. Die Innenstadt wurde dabei fast vollständig zerstört, viele Veedel – und besonders die Innenstadt – lagen am Ende des Krieges in Trümmern.

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Die Zerstörung war so umfassend, dass viele Straßen und Plätze kaum noch wiederzuerkennen waren.

1000-Bomber Angriff 1942

Eine der schlimmsten Bombennächte erlebte Köln am 30. und 31. Mai 1942.

In dieser Nacht startete die britische Luftwaffe den ersten sogenannten 1.000-Bomber-Angriff der Geschichte. Innerhalb kurzer Zeit wurden enorme Mengen Spreng- und Brandbomben über der Stadt abgeworfen.

Der Angriff dauerte nur etwa anderthalb Stunden – doch seine Folgen waren verheerend. Hunderte Menschen starben, zehntausende verloren ihre Wohnungen. Große Teile der Innenstadt gingen in Flammen auf.

Zeitzeugen berichteten später, dass der Dom in dieser Nacht zwar inmitten eines Feuers stand – aber dennoch scheinbar unversehrt blieb. Dieses Bild prägte sich tief in das Gedächtnis der Stadt ein.

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Der Dom wurde schwer getroffen

Der Eindruck, der Kölner Dom habe den Krieg unbeschadet überstanden, stimmt jedoch nicht.

Tatsächlich trafen den Dom im Laufe des Krieges 14 schwere Sprengbomben. Hinzu kamen zahlreiche Brandbomben sowie Schäden durch Explosionen in unmittelbarer Nähe. Insgesamt wird in historischen Rückblicken sogar von rund 70 Bombentreffern gesprochen.

Die Schäden im Inneren waren enorm:

  • Neun von 17 Gewölbefeldern im Lang- und Querhaus stürzten ein
  • Fenster wurden zerstört
  • Teile der Ausstattung gingen verloren

Nur die mittelalterlichen Gewölbe im Chorraum blieben weitgehend erhalten.

Blick auf den Kölner Dom aus Richtung Westen in den letzten Kriegstagen: Die Kölner Innenstadt ist zu 90 Prozent zerstört. Foto: IMAGO / opale.photo

Der Angriff, der den Dom fast zum Einsturz brachte

Besonders kritisch wurde die Lage für den Dom im Jahr 1943.

Beim sogenannten Peter-und-Paul-Angriff in der Nacht vom 28. auf den 29. Juni 1943 explodierte eine Bombe über dem nördlichen Querschiff. Vier Gewölbefelder stürzten ein, und die Orgel wurde zerstört.

Doch noch gefährlicher wurde es eine andere Nacht: der 3. November 1943.

An diesem Tag traf eine Sprengbombe den Nordturm des Doms an einer statisch besonders wichtigen Stelle. Fachleute bewerten diesen Treffer heute als eine der gefährlichsten Beschädigungen, die der Dom im Krieg erlitt.

Die Dombauhütte reagierte schnell. Nur wenige Tage später begannen Bauarbeiter, das Loch im Turm mit tausenden Ziegelsteinen zu schließen. Dieses provisorische Notmauerwerk wurde später als „Domplombe“ bekannt. Noch heute kann man sie sehen, wenn man auf der Domplatte steht.

Warum der Dom nicht einstürzte

Dass der Dom trotz all dieser Treffer nicht einstürzte, hatte mehrere Gründe: Zum einen ist die gotische Kathedrale extrem massiv gebaut. Ihre Pfeiler und Fundamente sind so stark, dass sie selbst schwere Explosionen teilweise abfangen konnten.

Zum anderen wurden im Krieg zahlreiche Schutzmaßnahmen getroffen. Brandwachen löschten immer wieder Feuer auf dem Dach und verhinderten so größere Brände.

Doch ein entscheidender Faktor blieb: Glück. Mehrfach trafen Bomben den Dom an kritischen Stellen. Wären einige Einschläge nur wenige Meter anders gefallen, hätte der Dom möglicherweise nicht überlebt.

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