Waldinseln Köln

Miniaturwälder in der Stadt: Köln soll Waldinseln schon ab 100 Quadratmetern bekommen – Vorbild Japan

Mit sogenannten Waldinseln will Köln künftig Mini-Wälder mitten in der Stadt entstehen lassen – auf kleinen Flächen, die für klassische Parks zu eng wären. Anders als klassische Parks setzen diese auf kompakte, naturnahe Vegetationsflächen, die bereits auf vergleichsweise kleinen Grundstücken umgesetzt werden können. Das geht aus dem „Sachstandsbericht Strategische Grünentwicklung“ der Stadt Köln hervor.

Konkret handelt es sich um sogenannte „Tiny Forests“ – Miniurwälder, die auf Flächen von etwa 100 bis 1500 Quadratmetern angelegt werden. Ziel ist es, auf bislang ungenutzten oder versiegelten Restflächen stadtklimatisch wirksame und gleichzeitig artenreiche Grünräume zu schaffen. Im Hitzecheck der Umwelthilfe 2024 schnitt Köln damals schlecht ab, da es zu viel Versiegelung in der Stadt gebe.

Die ursprüngliche Idee stammt aus Japan, wurde jedoch an europäische und lokale Bedingungen angepasst.

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Diese kleinräumigen Waldflächen sollen mehrere Funktionen erfüllen: Sie tragen zur Abkühlung der Umgebung bei, speichern Regenwasser, fördern die Biodiversität und schaffen neue Lebensräume für Insekten und Vögel.

Gleichzeitig können sie auch für Umweltbildungsangebote genutzt werden – etwa durch Kooperationen mit benachbarten Schulen oder Kitas.

Erste Waldinseln in Köln bereits umgesetzt

In Köln sind solche urbanen Waldinseln keine reine Zukunftsvision mehr. Bereits 2021 wurde im Stadtbezirk Ehrenfeld an der Hardersleber Straße eine erste Waldinsel angelegt. Weitere Projekte sind inzwischen realisiert oder in Planung – darunter eine Fläche an St. Theresias in Buchheim sowie eine geplante Waldinsel im Johannes-Giesberts-Park in Nippes.

Die steigende Nachfrage aus Politik und Stadtgesellschaft hat mittlerweile dazu geführt, dass die Verwaltung eine stadtweite Potentialanalyse prüft. Ziel ist es, geeignete Flächen zu identifizieren, auf denen künftig weitere Waldinseln entstehen könnten. Ein entsprechendes Gesamtkonzept soll nach aktuellem Stand bis Mitte 2026 entwickelt werden.

Teil der Kölner Grünstrategie

Die Waldinseln sind Teil der strategischen Grünentwicklung der Stadt Köln. Diese verfolgt das Ziel, das bestehende Grünsystem langfristig zu sichern und weiter auszubauen – insbesondere vor dem Hintergrund zunehmender Hitzeperioden und Starkregenereignisse infolge des Klimawandels.

Parallel dazu entstehen auch größere Grünprojekte im Stadtgebiet. So sind im neuen Quartier Deutzer Hafen insgesamt drei Parks und sieben öffentliche Plätze vorgesehen, deren Freiraumplanung Ende 2024 beschlossen wurde. Der Baubeginn für erste Abschnitte wird derzeit ab Mitte 2026 erwartet.

Auch der Grünzug Nippes wird weiterentwickelt: Für zwei Abschnitte zwischen Merheimer Straße und Niehler Kirchweg liegt inzwischen eine Entwurfsplanung vor, ergänzt durch Fördermittel in Höhe von rund 6 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm zur Klimaanpassung urbaner Räume.

Während solche großflächigen Projekte langfristig neue Grünachsen schaffen sollen, könnten Waldinseln kurzfristig und flexibel dort ansetzen, wo bislang kaum Platz für klassische Parkanlagen vorhanden ist – etwa auf kleineren innerstädtischen Flächen.

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Was ist eine Waldinsel?

Eine Waldinsel ist ein etwa 100 bis 3.000 Quadratmeter großer Miniaturwald und besteht aus einer dichten Anpflanzung standortangepasster und heimischer Baum- und Straucharten. Diese Miniaturwälder sollen in urbanen Gebieten und stark versiegelten Bereichen kleine „Biodiversitätshotspots“ bilden.

Neben dem Gewinn für den Artenschutz zeichnen sich Waldinseln durch Senkung der Temperatur im direkten Umfeld, Wasserspeicherung und Luftaustausch aus, welche sich dann insgesamt positiv auf das urban-lokale Klima auswirken. Dieser Ort der biologischen Vielfalt ist zusätzlich ein Ort der Bildung, da Schulkinder und Jugendliche aus der Umgebung am Projekt beteiligt sind.

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