Es liegt etwas abseits der großen Menschenströme in der Stadt und dennoch zentral. Das Dreikönigenpförtchen (Dreikünnijepöötzche) an St. Maria im Kapitol ist jedoch ein Stück Kölner Stadtgeschichte und mit einer Legende verbunden, die einen der bedeutendsten Momente der über 2000-jährigen Stadtgeschichte erzählt.
Das gotische Tor ist das einzige erhaltene Tor aus den früheren klösterlichen Immunitätsbezirken Kölns. Diese Bezirke hatten einen Sonderstatus: An ihren Mauern hörten städtische Gesetze und Steuerregeln auf. Wer durch das Pförtchen ging, wechselte nicht nur den Ort, sondern auch die Zuständigkeit: Hier traf weltliche Stadt auf kirchliche Ordnung.
Seinen Namen verdankt das Pförtchen einer der großen Erzählungen Kölns: Im Jahr 1164 brachte Erzbischof Rainald von Dassel die Gebeine der Heiligen Drei Könige aus Mailand nach Köln. Ein politischer Coup – und der Beginn von Kölns Aufstieg zu einem der wichtigsten Wallfahrtsorte Europas.
Und auch die Grundlage, dass in Köln eine große Kirche geplant, gebaut und über 600 Jahre später vollendet wurde, ohne das Köln heute für viele undenkbar ist: das Bahnhofskapellchen, auch Kölner Dom genannt.
Heute würde man vielleicht sagen: Ein PR-Coup, der der hunderte Jahre nützen sollte.
Ob die Reliquien tatsächlich zuerst durch dieses Tor in die Stadt kamen, ist nicht belegt und tatsächlich sogar unwahrscheinlich. Aber: Eine Überlieferung aus dem 19. Jahrhundert erzählt es so. Sicher ist nur: Die Geschichte war stark genug, um dem Tor seinen Namen zu geben.
Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Die heutige Pforte stammt aus dem Jahr 1460. Errichtet wurde sie vom Kölner Ratsherrn Johannes Hardenrath an der Stelle eines älteren romanischen Vorgängerbaus. Über dem Durchgang befindet sich eine Skulpturengruppe der Anbetung der Heiligen Drei Könige aus dem frühen 14. Jahrhundert.
Was man heute sieht, sind Kopien. Die Originale stehen geschützt im Museum Schnütgen.
Im Zweiten Weltkrieg wurde auch das Dreikönigenpförtchen zerstört. Und doch entschied man sich schon kurz nach Kriegsende für den Wiederaufbau. Ab 1946 entstand das Tor neu.
Wenn ihr das nächste Mal am Heumarkt seid, nehmt euch die zwei Minuten für einen Abstecher in die Kölner Geschichte.



