Stadion-Bahnhof

Für 40 Mio. Euro: Bahnhof am RheinEnergieStadion soll umgebaut werden

Die Stadt Köln plant einen grundlegenden Umbau der Stadtbahnhaltestelle am Rheinenergie-Stadion. Grund dafür sind die 90-Meter langen Bahnen, die künftig auf der Ost-West-Achse (u.a. Linie 1) fahren sollen. Bislang dachte man, dass man am Stadionbahnhof einfach die Bahnsteige verlängern könnte.

Eine Varianten- und Wirtschaftlichtskeitsuntersuchung der KVB hat jedoch ergeben, dass eine Verlängerung der Bahnsteige wenig Sinn ergibt bzw. nicht wirtschaftlich ist.

Die 90-Meter-Bahnen sollen für Entlastung auf der Ost-West-Achse sorgen und mehr Fahrgäste transportieren. Bei FC-Spielen und anderen Veranstaltungen müssen sie jedoch auch im Stadionbahnhof an der Aachener Straße (der sonst außer Betrieb ist) halten können. Aktuell halten die Bahnen hier hintereinander an einem langen Bahnsteig. Wenn die Bahnen 90 Meter lang sind, wird das jedoch nicht mehr funktionieren.

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Dazu kommt: Mehrere Bauwerke an dem Bahnhof – darunter Bahnsteigüberdachungen und das Technikgebäude der KVB – sind rund 50 Jahre alt und baulich am Ende ihrer Lebensdauer.

Gleichzeitig haben sich die Anforderungen an Barrierefreiheit, Sicherheitskonzepte und das sogenannte Crowd-Management deutlich verschärft. Besonders bei Hochrisikospielen muss die Trennung von Fanlagern zuverlässig funktionieren.

Der Rat der Stadt Köln soll am 5. Februar darüber entscheiden, ob die entsprechenden Planungen aufgenommen werden.

Umbau Stadion-Bahnhof: Was konkret geplant ist

Im Kern geht es darum, zwei 90 Meter lange Bahnen parallel abfertigen zu können. Dafür reicht eine einfache Verlängerung der bestehenden Bahnsteige nicht aus. Geplant werden unter anderem:

  • neue oder zusätzliche Bahnsteige mit Überdachung
  • barrierefreie Zugänge über Rampen, Treppen, Brücken oder Aufzüge
  • ein neues zweigeschossiges Technik- und Aufenthaltsgebäude der KVB
  • eine Überwachungsbrücke zur besseren Steuerung der Fahrgastströme
  • Anpassungen an Gleisen, Signalanlagen und Oberleitungen

Welche dieser Elemente umgesetzt werden, hängt von der Variante ab, die am Ende ausgewählt wird.

Diese Varianten stehen zur Auswahl

Die KVB hat insgesamt sieben Varianten geprüft. Drei davon gelten inzwischen als praktisch ausgeschlossen:

  • Verlängerungen nach Osten oder Westen würden entweder massiv in ein Landschaftsschutzgebiet eingreifen oder das P+R-Parkhaus sowie die reguläre Linie-1-Haltestelle gefährden.
  • Diese Varianten gelten als nicht genehmigungsfähig oder verkehrlich nicht sinnvoll.

Im Fokus stehen deshalb vier Varianten mit einem zusätzlichen Bahnsteig nördlich der bestehenden Gleise. Hier ist geplant, dass neben dem jetzigen Bahnsteig ein weiterer Bahnsteig in die jetzige Mittelinsel des Bahnhofs gebaut wird. Das bringt die Herausforderung mit sich, wie die Leute von diesem zweiten Gleis in Richtung Stadion kommen können.

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Die Varianten unterscheiden sich vor allem in der Art der Erschließung:

  • Variante 4: Höhengleiche Gleisquerung (am günstigsten, aber sicherheitskritisch)
  • Variante 5: Erschließung über östliche Brücken mit Rampen und Treppen (teuerste „Maximalvariante“)
  • Variante 6: Erschließung über westliche Brücken
  • Variante 7: Erschließung über Brücke mit Aufzügen

Alle vier Varianten erhalten das P+R-Parkhaus und vermeiden Eingriffe in Schutzgebiete. Die KVB empfiehlt, diese Varianten weiter zu vertiefen und daraus eine Vorzugsvariante zu entwickeln.

Wie teuer das Projekt werden könnte

Aktuell geht es formal noch um die Planung, nicht um den Bau. Dafür sind rund 1,1 Millionen Euro vorgesehen, die bis 2027 anfallen. Stadt und KVB teilen sich diese Kosten im Verhältnis 70:30.

Sollte am Ende die aufwendigste Lösung umgesetzt werden, rechnet die Stadt mit Gesamtkosten von rund 41,2 Millionen Euro (Planung plus Bau). Der städtische Anteil läge bei etwa 29,4 Millionen Euro, der Rest bei der KVB. Fördermittel sind dabei noch nicht berücksichtigt.

Wann gebaut wird – und wann alles fertig sein soll

Der Zeitplan ist lang und mehrstufig:

  • 2026: Start der Planungen, Vergabe an ein externes Planungsbüro
  • 2027: Entscheidung über die Vorzugsvariante
  • 2028: Baubeschluss
  • ab 2029: frühester Baubeginn

Ein konkreter Fertigstellungstermin ist noch offen. Klar ist aber: Der Umbau wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen und ist eng mit dem Gesamtprojekt zur Erweiterung der Ost-West-Achse verknüpft.

Der Rat der Stadt Köln hat zunächst den Bedarf für die Planung festgestellt. In den kommenden Jahren wird sich entscheiden, welche Variante gebaut wird, wie hoch die tatsächlichen Kosten ausfallen und in welchem Umfang Fördermittel fließen.

Spätestens mit dem Baubeschluss 2028 wird klar sein, wie die Stadionhaltestelle der Zukunft konkret aussehen soll.

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