Die Hahnentorburg ist eines der bekanntesten Stadttore Kölns – täglich gehen hier Tausende Menschen vorbei, zwischen Rudolfplatz, Hahnenstraße und Ring. Künftig soll sich das historische Bauwerk auch baulich deutlich verändern.
Die Ehrengarde der Stadt Köln 1902 e. V., die seit 1988 ihren Sitz in der denkmalgeschützten Torburg hat, plant einen umfangreichen Umbau mit zwei neuen Anbauten. (Foto: ksg Architekten, Johannes Kister)
Warum überhaupt neu gebaut werden soll
Um Zuge des Neubaus der Wallarkaden am Rudolfplatz wurde die alten Anbauten an der Hahnentorburg abgerissen. Diese Räumlichkeiten fehlen der Ehrengarde nun bereits seit Jahren. Aktuell stehen dem Traditionskorps keine eigenen Räume zur Verfügung. Der Umbau soll das ändern.
Zwei Anbauten für mehr Platz
Geplant sind jeweils ein Anbau auf der Nord- und auf der Südseite der Burg. Kernstück der Erweiterung ist ein neuer Versammlungssaal für mehr als 100 Personen, der künftig wieder im direkten Umfeld der Burg liegen soll.
Die neuen Flächen sollen zudem moderne Nebenräume enthalten, die für den laufenden Betrieb der Ehrengarde benötigt werden.
Die Erweiterung soll denkmalgerecht umgesetzt werden. Ziel sei es, zusätzliche Flächen zu schaffen, ohne den historischen Charakter des Bauwerks zu verändern.
Gesamtkosten: 6,6 Millionen Euro
Die geplanten Maßnahmen schlagen mit insgesamt 6,6 Millionen Euro zu Buche. Die Finanzierung soll sich auf mehrere Bausteine verteilen, wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet:
- 2,6 Millionen Euro aus dem Bundesförderprogramm „KulturInvest“
- 1,4 Millionen Euro an Fördermitteln vom Land NRW
- 1 Million Euro durch Spenden von Gönnern
- 1,6 Millionen Euro aus Eigenmitteln der Ehrengarde
Finanzierung hängt an den Förderzusagen
Ob das Projekt in dieser Form realisiert werden kann, hängt maßgeblich von den öffentlichen Fördermitteln ab, insbesondere dem Bundesprogramm KulturInvest (2,6 Mio. Euro).
- Erst wenn die Förderzusagen vorliegen, kann die weitere konkrete Planung, inklusive Zeitplan, in die nächste Phase gehen.
Gleichzeitig ist der geplante Umbau auch ein Beispiel, das zeigt, wie engagierte Vereine in Köln die Stadt mitprägen und gestalten. Würden woanders die historischen Gemäuer vor sich hinmodern, treiben hier engagierte Karnevalisten den Umbau voran – ohne die Stadtkasse zu belasten.
Die Ehrengarde hat das Gebäude Ende der 1880er-Jahre in einem desolatem Zustand übernommen und über 3,5 Mio. Euro in die Instandsetzung investiert. Die jährlichen Unterhaltskosten trägt die Ehrengarde selbst.
Durch den Bau der Wallarkaden musste das Gebäude vollständig geräumt und entkernt werden. Der geplante Umbau mit Aufzügen soll auch dazu beitragen, dass das Gebäude künftig wieder allen Kölnerinnen und Kölner zugänglich gemacht werden kann, barrierefreier Zugang inklusive.
Ein Ort mit bewegter Geschichte
Die Hahnentorburg gehört zu den wenigen erhaltenen Torburgen der mittelalterlichen Kölner Stadtmauer. Sie wurde zwischen 1235 und 1240 erbaut und war einst eines der wichtigsten westlichen Stadttore auf der Route Richtung Aachen.
- Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, wurde sie später wieder aufgebaut und diente zeitweise als Ausstellungsort für Künstler.
- Seit 1988 ist die Torburg feste Heimat der Ehrengarde. In den vergangenen Jahrzehnten wurden immer wieder Sanierungen vorgenommen.
Was der Umbau für den Rudolfplatz bedeutet
Mit den geplanten Anbauten würde sich die Nutzung der Hahnentorburg deutlich verändern: mehr Platz für Veranstaltungen, moderne Infrastruktur und wieder ein eigener Saal für das Traditionskorps des Kölner Karnevals.



