In Köln gibt es für fast alles einen besonderen Ausdruck – ob für Orte, Eigenheiten oder Menschen. Manche Begriffe sind auf Anhieb verständlich, andere klingen erst einmal rätselhaft. Einer dieser kölschen Begriffe ist „Komoodehellije“. Schon das Wort selbst klingt für viele eher wie ein Scherz, hat aber in der Stadt eine ganz eigene Bedeutung. Denn hinter dem Ausdruck steckt eine kölsche Mischung aus Humor, Beobachtungsgabe und liebevoller Eigenart. Doch wer genau ist damit eigentlich gemeint?
Wer wird in Köln als Komoodehellije bezeichnet?
Als Komoodehellije wird eine überfromme Person, ein Scheinheiliger oder ein falscher Fuffziger bezeichnet. Es zeigt auch, wie sehr der Glaube in der kölschen Sprache eine Rolle spielt.
Kölsche Sprache mit religiösen Bildern
Die kölsche Sprache ist reich an Begriffen, die aus dem kirchlichen Leben stammen. Viele Redewendungen und Spitznamen spielen mit Bildern aus dem Glauben. Dabei wird nicht immer das Religiöse in den Vordergrund gestellt, sondern oft eine humorvolle oder alltagsnahe Bedeutung geschaffen. So ist die Sprache ein Spiegel dafür, wie stark Religion und Alltag in Köln über Jahrhunderte ineinandergriffen.
Humor und Respekt zugleich
Typisch kölsch ist, dass solche Begriffe zwar aus dem Glauben stammen, aber nie respektlos gemeint sind. Vielmehr zeigt sich darin der kölsche Humor: eine Fähigkeit, das Ernste mit dem Leichten zu verbinden und selbst religiöse Anspielungen mit einem Augenzwinkern zu verwenden. Es geht dabei weniger um Spott, sondern vielmehr um eine Form von Nähe und Vertrautheit.

Der kölsche Glaube an das Miteinander
So wie der christliche Glaube das Gemeinschaftliche betont, so lebt auch die kölsche Sprache vom Zusammenhalt. Begriffe, die aus dem religiösen Kontext stammen, werden oft genutzt, um Menschen liebevoll zu beschreiben oder Ereignisse zu kommentieren. Am Ende geht es immer darum, die Dinge menschlich zu sehen – ob in der Kirche, auf der Straße oder im Karneval. Die kölsche Sprache hält diesen Geist bis heute lebendig.