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Corona-Regeln: Kölner FDP fordert Abkehr von reiner Inzidenz-Betrachtung

Wie geht es weiter mit den Corona-Regeln in Köln? Sicher ist, dass kaum etwas sicher ist. Auch die Ministerpräsidenten-Konferenz brachte für die lokalen Veranstalter wenig neue Erkenntnisse.

Die Inzidenz zeigt in Köln derweil seit Wochen eine steigende Tendenz, lag am Sonntagmorgen bei 75,1 (Freitag: 55,5). Seit vergangenen Donnerstag gilt in Köln wieder die Inzidenzstufe 2. Die greift, wenn die Inzidenz in der Stadt an acht aufeinanderfolgenden Tagen bei über 35 liegt (hier lest ihr, welche Maßnahmen konkret gelten).

In Köln rechnet man damit, dass die Inzidenz mittelfristig wieder deutlich über 100 steigen wird. Schon jetzt ist absehbar, dass das bereits in wenigen Tagen erreicht sein wird. Doch was passiert dann? Treten dann wieder schärfere Maßnahmen in Kraft? Diese Frage ist derzeit unklar.

Die veränderte Corona-Situation in Köln

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Klar ist: Die Situation in Köln ist mittlerweile eine andere, als noch im Frühjahr. Mittlerweile haben über 722.000 (Stand 13. August) Menschen in Köln eine Erstimpfung erhalten. Die Todeszahlen in Köln sind stark zurückgegangen. Die meisten neuen Corona-Fälle gibt es laut Landeszentrum für Gesundheit in Köln derzeit in der Gruppe der 20 bis 39-Jährigen.

Bei den über 60-Jährigen ist die Zahl der Fälle in Köln mittlerweile sehr gering. Auch in die Kölner Seniorenheimen hat sich die Situation im Vergleich zum Frühjahr deutlich entspannt. Laut Intensivregister sind rund 5 Prozent der Kölner Intensivbetten derzeit mit Corona-Patienten belegt. Zu Hochphase der dritten Welle im späten Frühjahr lag diese Zahl bei über 25 Prozent.

Kölner FDP kritisiert den Kölner Krisenstab

Die Kölner FDP hat den Krisenstab der Stadt vor der Ministerpräsidenten-Konferenz zu einem Umdenken in der Corona-Politik aufgefordert.

Ulrich Breite von der Kölner FDP-Fraktion sagte in einer Mitteillung: „Nicht nur auf Bundesebene, auch in Köln wird sich zu sehr auf die 7-Tage-Inzidenz fokussiert. Diese ist mit nun über 62% erstgeimpften Personen aber längst nicht mehr so aussagekräftig. Wir brauchen ein Umdenken in der Kölner Corona-Politik und eine Messung der Infektionslage, die sich nicht auf einen einzigen Indikator versteift.

Ebenso wichtig wie die Inzidenz wäre zu wissen, wie ausgelastet das Kölner Gesundheitssystem ist oder ob es Infektionscluster gibt. Schließungen und Verbote für alle würde Köln insgesamt schaden und wäre nicht verhältnismäßig.“

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Breite warnt vor einem neuen Lockdown, der den Menschen in Köln nicht mehr zuzumuten sei: „Die vom Krisenstab vorgesehenen Einschränkungen bei steigender Inzidenz sind nicht mehr akzeptabel.“

Veranstaltungsbranche in Köln wünscht sich Planungssicherheit

In der Kölner Veranstaltungs-Branche hofft man derweil ebenfalls auf Klarheit. „Für uns und die Veranstaltungsbranche herrscht weiter Unplanbarkeit und Ungewissheit”, sagte Stefan Löcher, Geschäftsführer der Lanxess Arena gegenüber dem Kölner Express.

Der 1. FC Köln wird gegen Hertha BSC Berlin immerhin vor 16.500 Zuschauern spielen dürfen (Wie du das Spiel im TV schauen kannst), die Kölner Haie werden in der Lanxess Arena bis zu 9000 Zuschauer zulassen dürfen. Wie es für Konzerte in der Arena weitergeht, ist aktuell jedoch ungewiss.

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Die schwierige Abwägung in der Corona-Politik

Dem gegenüber steht nach wie vor die Ungewissheit, wie sich die Delta-Variante, die längst auch in Köln dominiert, ausbreitet und welche Folgen sie für die Menschen hat. Wir sehen: Die Abwägung zwischen dem Schutz der Menschen und der Rückgabe von Grundrechten ist derzeit im vollen Gange und deshalb so schwierig, weil es so wenig Gesichertes darüber gibt, wie sich das Geschehen entwickeln wird.

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